Joe Hendersons Solo über Duke Pearsons "Idle Moments"


Mit nach außen geschlossenen Augen erinnerte sich Joe an die Landstreicher, die nie den Kopf hoben, wenn sie irgendwo nachts auf der Straße in die Lichtkegel der Autoscheinwerfer gerieten, er erinnerte sich plötzlich an die umherziehenden Musiker, denen er zugehört hatte, fahrende Gesellen, die sich in ihrer Musik beinahe so gelehrt ausdrückten wie Duke Ellington, und die sich wie Exilierte benahmen - so sorgfältig wählten sie ihre Worte -, verbannt aus einem unsichtbaren Land, das bis ins kleinste dem gelobten glich, in dem sie umherzogen und auftraten. Joe dachte an ausrangierte Güterwaggons, auf deren Bodenplanken die Kinder saßen und Moms Kofferradio schepperte, er dachte an Heimatlose, die die Plakatwände entlang der Highways dazu benutzten, Zeltplanen schräg zum Boden hinabzuspannen, er dachte an jene, die auf Autofriedhöfen in den Gerippen ausgeschlachteter Limousinen schliefen oder an andere, die die Nacht hoch droben in den Körben der Telefonkabelmasten verbrachten – eingesponnen in Netze aus singenden Drähten, ungestört von den knisternden Stromspannungen, die abertausende von Botschaften durch die Nacht jagten. An all die Stimmen dachte er, die zu den unmöglichsten Zeiten, in den endlosesten und dunkelsten Stunden unter den zehn Millionen Möglichkeiten der Wählscheibe nach jener magischen einen gesucht hatten, die sich doch irgendwann herausschälen musste aus den monotonen Litaneien, deren stumpfsinnige Wiederholung eines Tages doch den einen Akt auslösen musste: das Erkennen, das wahre Wort. Dann setzte er ein.