Abgefrühstückt




Na, nimm zum Beispiel Sonny, mit dem nicht mal der A-Train sich angelegt hätte. Das ging schon früh los mit ihm, klar, Sonny war voll der, ich sag mal, energetische Typ Schwarzer: mit zehn schon voll den Afrolook am Beutel, Goatie und Brikettfrisur mit zwölf, Obeine wie der Marlboromann, spitz wie ne V2 und quasi von Geburt an baumelte ihm n Schalltrichter zwischen den Beinen rum. Ich mein, und dann, wie er in der siebten Klasse seine Jungfräulichkeit verlor, wo er sie eingebüßt hat an diese Kartenabreißerin da vom Nachtclub, in dem Louis Jordan auftrat, von dem der kleine Sonny ein Fan von war (also von Louis Jordan). Also dem Nachtclub gleich neben seiner Schule in Sugar Hill, Ecke 134ste/Siebte, um genau zu sein. Also so eine, die sich nicht schnell genug hinsetzt, wenn ein Kaliber wie Sonny messerscharf die Straße runterstreicht mit seinem Saxo (also die Kartenabreißerin jetzt). Tja. Und wie mal in Sonnys besagter Schule, die ja stolz war wie Oskar von wegen ihrem ethnointegrativen Erziehungsmodell, also wo mit Respekt und Toleranz die Fetzen flogen und ich weiß nicht was, wie da mal Frank Sinatra auftauchte und sein „Aren’t You Glad You’re You“ in die verstörten Jungensgesichter seimte, die natürlich sofort das große Kotzen kriegten, worauf ne Riesendolcherei zwischen italienischen und schwarzen Knirpsen losbrach in der Aula, kannste dir denken. Und hey, stell dir vor, Sonny, der eh ne Art hatte wie jemand, bei dem immer alles Hand und Fuß hat, wie also der kleine Sonny den Sinatra mit einer Hand am Schlafittchen packte und vom Mikrofon wegschleifte, so dass Frankies Absätze dicke Schlieren hinterließen aufm Fußboden von der Aula, und wie er gleichzeitig mit zwei Fingern seiner andern Hand das Stilett dem Sinatra ausm Gürtel rausfischte und das Teil in hohem Bogen ausm Fenster schmiss. Sonnyboy sperrte den Frankie schwuppdiwupp erstmal weg ins Mädchenklo nebenan, damit kein weiterer Schaden entsteht an Leib und Leben, wie man so sagt. So war er, der Sonny. Das hatte schon Hand und Fuß, was der so machte, sag ich mal. Der war mit starken Mächten verdrahtet.


Ja OK, also weiter über die Zeit, wo Harlem auf einen Schlag massich vollgestopft war mit diesen richtig unzurechnungsfähigen und süchtigen Marinesoldaten mit, ich sag mal, gediegener Europaerfahrung; unseren Jungs halt, die den Fuehrer im Fatherland in den Arsch…, - also weitgereiste Typen von Welt mit diesem speziellen Blick von D-Day und Ardennengemansche. Wegen genau denen das Apollo, der Savoy Ballroom und die tausend anderen Schuppen und Zappelbuden in nem Karree von knapp ner Quadratmeile nochmal voll ins Geschäft kamen und in denen der gesamte Jazzadel aufspielte, also Typen von Art, Fletcher und Duke über Lady Day, Lester und Bean bis hin zu dieser verrückten Clique um Monk, Bird und Diz, also diesen Nachtgestalten, die wo alle in der unterirdischen Manege rumjaulten, Juju statt Jojo, und die du nicht unterscheiden konntst von ihren eigenen Sackratten von Dealern. Und nicht zu vergessen diese lahmärschigen Beatniks, die auf Playboy und Hemingway standen, und die trotzdem keine sauberen Nadeln hatten, aber den Typen von der Clique folgten wie zuckende Schatten, vom Rock'n'Koko-Bunker der barfüßigen Baroness, die wo original vom hochadeligen normannischen Geblüt war, hin zur einigermaßen kakerlakenfreien Schlupfbude, tja, bis sie dann bei mir im Hotel landeten, wo mit blitzsauberem Besteck nach alten Gebrauchsanleitungen der IG Farben abgefrühstückt werden konnt, weißte, und wo die Säcke von der Clique, verstehste, zum Nachtisch auch nochn Pfannkuchen mit Sirup und massenweise Sprit und teutonische Schneewittchens und welche von den aschfahlen niggerbesessenen Bräuten mit unaussprechlichen Namen abstauben konnten, die wo, ehrlich, aus politischen Gründen in Harlem und dem Village rumstreunten und nicht, weil sie abgebrannt gewesen wärn, und wo europäische Zeitungen auf dem Fußboden und in den Kojen rumlagen, die so dick warn (also die Zeitungen jetzt) wie die NYT-Wochenendausgabe, sozusagen, und in denen sie hochgestochenes Zeuchs über sich lesen konnten, so in der Art: wie scharf der neue amerikanische Tschäss wär und das alles, ja. Die Wichtichtuerei von diesen Schreiberlingen, oboy, diese Typen warn ja selber fertich wie nur was, die lebten für den neuen Jazz, den sie nie gehört hatten, bloß, weil sie 1938 Ben und Bean in nem Amsterdamer Puff maln Schnaps spendieren durften und zufällig nix aufs Maul bekamen, aber die wollten uns von ihrem rostigen Turm aus erklären, was der neue Jazz ist, weißte, ich sag mal, wennde schon so mickrig drauf bist, dassde was erklären tust, dann willste eigentlich was entschuldigen, richtig? … aber was weiß ich, ... ich war ja nur der Barmann und hab abgefrühstückt was übrigblieb.


Ja, also drei Sets am Tag, wie s damals in den Clubs üblich war: einen am Nachmittag, einen zum Dinner, und dann noch einen in der Nacht. Also Sonny war zu der Zeit der Saxophonist, der’s besser draufhatte als alle andern. Kam zum Dienst reingeschneit mit vier Mann, also Quintettbesetzung, aber schon nach zwei Tagen feuerte er den Trompeter und sie machten dann zu viert weiter. Das kümmerte keinen, weil die Leute kamen ja wegen Sonny und nicht wegen sonsteinem, und keiner wusste das besser als Sonny selber, aber Sonny panikte rum die ganze Zeit. Hey, die Jungs in seiner Band spielten wie um ihr Leben, aber Sonny war nix recht, bloß, was genau ihm nicht passte, das bekam keiner aus ihm raus. Und dann feuerte er auch noch den Pianisten und sie machten als Trio weiter, und am vorletzten Tag begann Sonny völlig auszuticken, ich mein, da feuerte er auch noch den Bassmann und den Drummer, bekannte Namen, wohlgemerkt, und stand dann erstmal um elf alleine mit seinem Horn auf der Bühne rum, pustete sich ein bisschen warm, machte blöde Faxen, und alles grölte schon rum und so n Scheiß und Rudy hatte sein Tonband schon am Laufen und wurde an der Bar immer nervöser, ich mein, so’n teures Band zum Wegschmeißen, naja … jedenfalls stand dann wie aus heiterem Himmel Wilbur neben Sonny auf der Bühne und pellte seine Tusnelda ausm Leder, und dann tats einen infernalischen Lärm, so als ob die Airforce startet - das war’n gigantischer Pressroll auf m Schlagzeug, so laut, dass ich und die Leute an der Bar die Köpfe einzogen, - ja stimmt, das war Elvin, der da plötzlich an der Schießbude zugange war, und Sonny hupte sofort das Thema von „The Way You Look Tonight“ ins Höllengeprassel, und ehrlich, was die drei dann abzogen, das war das lauteste und beste, was ich je gehört hab. Sonny brachte es wirklich fertig, immer noch lauter zu spielen, das war sowas wie ne Zeitenwende, glaub ich, die Leute warn echt schockiert von wegen, dass nur drei Typen so nen überwältigenden Sound haben konnten, ich mein, für mich als Barmann wars schlecht, weil alle bloß noch am Glotzen waren und voll unter die Räder von der Musik kamen und keiner Drinks nachbestellt hat und die Ladies gar nicht mehr reagiert haben, wenn die Macker sie einluden...


Jedenfalls quatschte Sonny später nur noch von so nem speziellen Ton in sei m Kopf, den er hören aber nicht spielen konnte, ich mein, das war seine, ich sag mal, fixe Idee, das mit diesem mysteriösen Ton in seinem Kopf. Ich sag dir, Sonny tat wirklich alles, um diesen Ton rauszukriegen aus seinem Kopf in sein Saxo rein, mit dem er dann hätte spielen können, was er für richtig hielt, verstehste? … Also das mit dieser asiatischen Philosophie und das mit all den Praktiken wegen den geistigen Ressourcen und der Meditation und dem Yinyang und dem Kampfsport und all dem Gesundheitskram - das geht auf Sonny und seinen Kumpel Trane zurück, weil die in ihren Köpfen beide, also jeder für sich, diesen mysteriösen Ton hörten, über den sie ständig nachdachten und sich gegenseitig kirre machten deswegen, weißte, also, die dachten, über Asien kommen sie an diesen Ton im Kopf ran. Aber wegen diesem blöden Ton und dem ständigen Nachgrübeln und der ganzen Studiererei wurden beide, ich sag mal, irgendwie handzahm und kommunikativ, also fast schon so verbindlich wie ich als professioneller Barmann. Ich mein, die Botschaft in der Musik ist genau deswegen ne andere geworden, glaub ich; also es ging dann darum, den Leuten mit Musik irgendwie ne besondere Einstellung zu vermitteln, damit die ihren beschissenen Alltag besser überstehn, und es ging plötzlich überhaupt nicht mehr darum, einfach nen V2-spitzen Set abzuliefern und so cool und messerscharf rüberzukommen wie nur geht. Also das konnte ich in den Gesichtern von den Musikern lesen, weißte, ich kann jeden Gemütszustand von jedem Menschen sofort richtig einschätzen, schon von Berufs wegen. Also, ehrlich gesagt, mir wärs 1960 in meinem ganz persönlichen beschissenen Berufsalltag lieber gewesen, Sonny und Trane und die anderen hätten sich weiterhin bei mir nach dem Gig die Hucke vollgesoffen, Bob Hope und Gregory Peck angehimmelt und von Schneewittchen erzählt, aber, weißte, das konnten die schon deshalb nicht mehr, weil sie jetzt lieber containerweise Pillen einschmissen anstatt sich altmodisch mit Feuerwasser die Kante zu geben.


Aber hör zu, das hat auch mit den Weibern zu tun, mit denen die Musiker sich dann einließen, verstehste, also das waren so Überschnallen mit nem dritten Auge obendrauf, also solche, die wo die Musiker aufn richtigen Weg lotsen wollten, weißte, für die ein Musiker nicht nur messerscharf und ne Granate in der Koje sein musste, sondern obendrein nochn guter Mensch, so ne Art Pfarrer mit ner Jamsession als spirituellem Auftrag gewissermaßen. Und die machten sich Gedanken um künstlerische Vermächtnisse und son Kram, also diese Tanten quatschten Sonny und Trane mit Sachen voll, auf die die beiden von alleine niemals gekommen wärn. Die nahmen sie (also die Tanten die Musiker jetzt) zum Broadway mit und schleppten sie auf so lahmarschige Vernissagen und schubsten sie in die Museen rein, weißte, die Szene war plötzlich gesteckt voll von diesen Sonntags-Susis, die die Musiker so mit kulturellem Beschlag belegten, und, … ich mein, und das bei Sonny, der immer der klassische Typ von nebenan war, der wo sich selber hilft, der wo sich sein Rohrblatt passend zurechtschnitzt und der wo eh schon mit starken Mächten verdrahtet war. Also von meinem Standpunkt als Barkeeper aus, schaute Sonny irgendwann bloß noch kariert aus der Wäsche bei alldem, weißte, so nen melancholischen Kadaverblick hatte der nach ner Weile, also so diesen existenziell hohlen Blick des Mannes, wenn ihm schlagartig aufgeht, dass er grad nicht den Hauch von ner Idee hat, wie und wo und mit wem er unter diesen Umständen nochmal Spaß haben könnte. So ungefähr, du weißt schon. … OK? Ach, keine Ursache, Mann, komm mal wieder vorbei. Dann erzähl ich dir, wie ich hier 62 oder 63 Albert Ayler und Bob Dylan vor mir sitzen hatte, beide gleichzeitig im selben Raum, hier bei mir. Die musterten sich gegenseitig durch diesen Spiegel, den du da hinter mir siehst, und sprachen kein Wort.




"Ben, also ich geh dann mal nachsehn, ob's hier irgendwo für uns was zu trinken gibt..."

Red Allen, Ben Webster, Pee Wee Russell, NYC 1957. Foto: Milt Hinton.


Dekorativ, schon...
















Ordnen? Sortieren? Alles umhängen?
So etwa?





Ah, verstehe. Die globalisierungs- und konsumkritischen Bilder von den nur dekorativen trennen.
So?






"Madonna I" wär auch konsumkritisch und gehörte eigentlich in die untere Abteilung?
Und "Pyongyang" passte eigentlich nirgendwo rein?
Wieso, das ist doch herrlich dekorativ!
Achso, wegen der Totalitarismuskritik.
OK, dann trennen wir halt die chaotisch-wuseligen von den ordnungsfanatischen.


Wie ich drauf käm', die "Kathedrale" bei den wuseligen Bildern einzuordnen? Die wär' doch schlankweg der Inbegriff von Ordnung?
Naja, ...






Ästhetik des Terrors. Du stehst vor diesem Bild und unterscheidest jede einzelne Kniescheibe, jedes einzelne Gesicht. Aber der Terror macht alle gleich. Geburtstagstorte aus Mädchenfrischfleisch - was schlimmeres hab ich fast nie gesehen. Extrem irritierend, dass Gursky für dieses Bild gewissermaßen die Position des Herrschers eingenommen hat. Wieso? Na, diese beschissene Weltkugel ist natürlich so justiert, dass der Oberterrorist seines Schreckensreiches weltmaßstäblich frontal ansichtig wird. Fotograf Gursky dürfte seine Position kaum mehr als zehn Meter unterhalb des Blicks des absolut Bösen für sein Bild eingenommen haben. Man müsste ihn mal fragen, wie er sich da gefühlt hat.

Ein kleiner Junge, der meine Verrenkungen vor den Bildern nachgeahmt hat, entdeckte doch glatt ein Snickerspapierl in diesem Irrsinn von Bild. Wohnen da oben Leute? fragt er mich. Ich sag, nee, da wohnen keine Leute mehr. Geh, spring zu deinen Eltern, wo sind die? - Die kucken sich das langweiligste Bild der Welt an! - Ach! - Ja, bloß weils das teuerste ist! - Führ mich hin, Schöler! -

Oh ja, vor diesem Bild ist was los. Das gewohnte Gemurmle reihum: Dafür hat einer vier Millionen Dollar gezahlt? Das knips ich auch. - Aber ganz so einfach ist es nicht: "Rhein II" ist eins von diesen unheimlichen Bildern, auf dem der Mensch wie ausradiert erscheint. Seine Geometrie ist noch da, der begradigte Fluß, die Deiche, die Begrünung, der Radweg - bloß der Schöpfer all dessen, der Mensch, ist nicht mehr da. Als hätte er gesagt, naja verpfuscht, schade, und wär achselzuckend gegangen. - Ich hätte natürlich dem vifen kleinen Kerl, der mich vom Müllhaldenbild "Ohne Titel XIII" hierher gelotst hat, seine eigene Frage vorlegen können: wohnen da Leute? Ob er mich auch angelogen hätte, so wie ich ihn?

Das ist brandneu, 2015. Kanzlerin, drei Exkanzler. Altkanzler. Schröder wirkt auch im "Rückblick" wie ein rasierwasserumwölkter Deichsler, Merkel sieht auch aus dieser Perspektive aus wie eine deutsche Regierungschefin. Aber was ist mit Schmidt und Kohl, den Greisen? Bevor du überhaupt näher hingesehen hast, wendest du dich schon wieder ab - das Bild ist riesengroß und zeigt alle Details: die beiden sind unfrisiert, regelrecht verstrubbelt, so, als wären sie direkt aus dem Bett zu dieser immerhin wohl staatstragenden Veranstaltung gekommen. Ja, die beiden erscheinen als Verwahrloste, als notdürftig Zurechtgeputzte und allerzweckdienlichst Herbeigeschaffte, als Gespenster aus einer Epoche, die aus Sicht der aktuellen Legitimationsbedürfnisse von politischer Herrschaft zu nichts anderem mehr nütze sind, als den Mythos der Bundesrepublik zu beglaubigen. - Schmidts Rauchwolke vor dem rotlodernden Schmelzofen der Vergangenheiten, der die Zeitläufte zu einem Ganzen, Unverbrüchlichen, Nicht-mehr-Anzuzweifelnden zusammenschmiedet, das die Vier zu repräsentieren und zu gedenken haben. Das Bild ist beispiellos.

Ja, vor „Pyongyang“ oben war ich noch Settembrini. Ich brauchte aber nicht weit gehen in dieser Gurskyschau, da verwandelte ich mich in Leo Naphta. Kein einziger all dieser Leute in „Chicago Board of Trade“ würde ernsthaft bestreiten, hier beim Tanz um das goldene Kalb mitzumachen, kein einziger würde in Abrede stellen, dass alles Tun und Lassen an diesem Ort die Ursache für die kommenden Verteilungskriege und Flüchtlingskatastrophen ist. Das C-BOT ist nämlich die wichtigste Naturalien- und Rohstoffbörse, deswegen hat Gursky hier den Auslöser gedrückt.
Also das, was einen an Chicago auf eine morbide Weise wirklich fasziniert, ist das Brokers Inn, das Maklercafé im C-BOT, da wo sie das legendäre riesige Fischsandwich zubereiten, und auch die Steakhäuser sind exorbitant, da hängt das Fleisch zum Reifen im Schaufenster, und das Steakmesser, das sie einem bringen, ist keine windige Zahnklinge mit Plastikgriff, Schöler, sondern ein Ding aus geschliffenem, abgezogenem Stahl mit genieteten und handbearbeiteten Griffschalen aus Eiche. Solide, oder?
In T. Manns Erzählung „Das Gesetz“ rechtfertigt sich das lümmelige Volk vor Moses (er, erschüttert, mit den selbstgemachten Steintafeln unter beiden Armen) wie folgt: Also, du warst viele Wochen weg, Meister, wir dachten du kommst nicht mehr und dein Jahwe ist tot, na, da haben wir schonmal angefangen zu feiern. – Weiß nicht, vielleicht kann man den Bildern Gurskys in toto eine Frage voranstellen, die wäre dann der berühmte letzte Satz aus dem Zauberberg: „Wird auch aus diesem Weltfest des Todes, auch aus der schlimmen Fieberbrunst, die rings den regnerischen Abendhimmel entzündet, einmal die Liebe steigen?“

In Nha Trang wird augenscheinlich unter anderem der Rattansessel AGENS produziert. Interessant der Fertigungsprozess: die Arbeiterinnen stellen offenbar Sessel für Sessel und Korb für Korb "ganzheitlich" her. Die IKEA-Seite sagt also die Wahrheit: "Handgeflochten. Jedes Möbelstück ist einzigartig." Jeder AGENS-Sessel stellt demgemäß eine direkte Verbindung her zwischen seinem Käufer und seiner Herstellerin. Karl Marx hätte das gefallen. Dass nachwachsende Rohstoffe verwendet werden (Nachhaltigkeit) stimmt auch. Rattan, Bambus, Mensch.

Das ist nur noch geil. Wenn ich keine Lunchverabredung gehabt hätte, würde ich vor dem Ding heut noch stehen. Kein Scheiß, keine Mehrfachböden, nix Houdini - da, in dieses Loch möcht ich dereinst fallen. :)